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Wie gewohnt gab es am Samstagmorgen ein üppiges Frühstück. Anschließend wurde die Wegzehrung vorbereitet und in den Rucksäcken verstaut. Wichtig war die Auswahl der richtigen Wanderbekleidung, denn die Temperatur lag nicht wenig unter 0°C, was man am kondensierenden Atem sehen konnte. Gegen 10.00 Uhr waren alle soweit fertig, dass Thomas als Wanderleiter seine sorbische Fahne schwenken und alle 35 Wanderfreunde und -freundinnen zum Gruppenfoto rufen konnte. Zuerst begrüßten uns Kerstin und Thomas feierlich und offiziell in sorbisch zur Wanderung. Die Aufnahme war dann schnell im Kasten, denn es sollte endlich los gehen. |
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Zuerst wanderten wir durch das kleine Halbendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Guttau, überquerten die Spree und tauchten ein in das pleistozän überformte Tiefland des Oberlausitzer Heide- und Teichgebietes. Diese größte Teichlandschaft Deutschlands stellt eine Kulturlandschaft mit über 1000 von Menschen geschaffenen Fischteichen dar und ist seit 1994 Biosphärenreservat. | ||
Nach einer runden Stunde war die 1. län- gere Pause mitten auf dem Waldweg ange- sagt. Nicht nur der Inhalt mitgenommener Thermosflaschen wärmte, sondern auch diverse Liköre heizten die Stimmung an. Unser Wanderleiter mahnte schließlich zum Aufbruch. Hilde und Elaine übernahmen die Spitze. Wer die exakte Route mit Google Earth nachwandern will, kann hier die GPS-Datei (mit Rechtsklick) herunter laden. | ||
Natürlich sind die Elche das Thema auf der nächsten Wanderstrecke. Fast jeder von uns hat über sie etwas gehört, mancher sie schon in freier Wildbahn gesehen. Wenig später kreuzten unseren Weg noch ein Reh und ein Stück Rotwild - Natur pur. Nun hätten nur noch die Wölfe gefehlt, die sich im Wandergebiet wieder heimisch fühlen, so heimisch, dass sich bereits menschlicher Widerstand formiert. Doch davon erfahre ich erst nachträglich während meiner Internetrecherchen. An einer Waldkante in der Nähe des Örtchens Dauban wird die 2. Rast eingelegt. Wieder kreisen verschiedenste Spezereien von Hand zu Hand. Nach der Rast geht es rechts ab, zuerst an der Waldkante entlang, dann durch den Wald und schließlich treffen wir wieder auf den Zaun des Elchgeheges, an dem der weitere Weg entlang führt. Zunehmend sieht der Weg schwarz gesprenkelt aus und weist damit auf eine Tierart hin, der wir anschließend begegnen. | ||
Moorschnucken waren es, über die wir am Gatter Wissenswertes erfuhren. Wir hielten uns aber nicht lange auf, denn die Zeit drängte inzwischen schon und bis zur »Rast mit Süppchen« war es noch ein Stück. Nach kurzem Weg trafen wir auf eine Straße, sortierten und stärkten uns, um dieser dann bis zum nächsten Ort zu folgen. Am Ortsrand von Wartha, unter anderem bekannt durch seine alte Teichwirtschaft, teilten wir uns in zwei Gruppen, die entweder auf kürzestem Weg zur Raststätte bzw. zum Olba-See abbogen. | ||
Am Olba-See angekommen warteten die meisten am Ufer, doch das Eis lockte und schnell wurde dessen Tragfähigkeit für gut befunden. Nicht alle vertrauten diesem Urteil. So bildeten sich erneut zwei Gruppen, die über das Eis oder um den See herum zum Mittagsziel strebten. Vorher gab es aber noch interessante Informationen zur Seeentstehung. Das Laufen auf dem Eis war recht anstrengend, denn der Wind hatte fast allen Schnee weggeblasen, so dass Rutschpartien nicht selten waren. |
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Am Ende des Rundwegs um den See war ein kurzer Abstecher zur "Pfahlburg" eingeplant, denn hier sollte ein Schatz verborgen sein. Nach längerer Suche fand Felix endlich eine schwarze Tüte mit dem ersehnten Inhalt. In der Zwischenzeit genossen andere die Aussicht und die winterlichen Farben bzw. versuchten sich warm zu halten. |
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Gegen 14.30 Uhr waren wir endlich am Mittagsziel, der 1898 erbauten Schule von Wartha. Nach einer super heißen Suppe, die im Klassenraum auf alten, engen Holzbänken verzehrt wurde, begann eine Schulstunde der besonderen Art. Frau Konecht erklärte, wie und was früher in einer sorbischen Dorfschule unterrichtet wurde und was ein Lehrer können musste. Aufmerksam wurde zugehört. Am besten fanden alle dann aber die Schönschreibstunde, in der mit Gänsekiel und Tinte aus dem Fässchen die alte Sütterlinschrift gelernt wurde. | ||
Nach der längeren Rast im Schulmuseum Wartha hieß es, die Beine in die Hand zu nehmen, um noch vor der Dunkelheit am Wanderziel anzukommen. Das machten wir dann auch, zumindest die meisten von uns. Einen kurzen Halt gab es nur noch im kleinen Ort Ziegenfauze, vor allem dem Ortsschild geschuldet bzw. der Suche nach einem weiteren Cache (wenn ich nicht irre GC1RRQC). Nach 22886 Schritten, umgerechnet 14,3 km, kamen wir alle wieder in Halbendorf an, freuten uns auf die warmen Stuben, ein deftiges Abendbrot und einen schönen Ausklang des tollen Wandertages. | ||